Verwaltungsgemeinschaft Berlstedt

Geschichte der Gemeinde Vippachedelhausen

Vippachedelhausen ist ein an der Vippach gelegenes Straßenndorf, dessen räumlicher Mittelpunkt ein großer dreieckiger Platz ist (Alexanderplatz). In westlicher Richtung schließt sich ein Straßendorfteil (Bachstedter Straße) an. Am Südwestrand des Dorfes befand sich die Wasserburg, von der noch Reste der Befestigungsanlage zu finden sind.

Eine genaue urkundliche Ersterwähnung für Vippachedelhausen erweist sich durch die vielen Vippachorte als schwierig. Die erste sichere Erwähnung liegt verhältnismäßig spät, in der Urkunde von 1328 (STA Marburg) vor, in der von einem Dietrich von Vippach "residente in Videlnhusen" die Rede ist. Der Ort hieß bis ins 16.Jh. Fiedelhausen, erst in der neueren Zeit setzte sich Vippachedelhausen durch. Der Name bedeutet Siedlung des Fidelo (germ. Personenname).

Im Mittelalter gibt es grundherrlichen Besitz der Grafen von Weimar - Orlamünde. Das Rittergut hat einen häufigen Besitzwechsel hinter sich. 1635 erscheinen 2 Güter, um 1765 wird das Gut wieder vereint. Das Herrenhaus stammt von 1795.

Die Wirtschaftstruktur wird von der Landwirtschaft bestimmt. Im 17. Jahrhundert wurde sogar Weinanbau betrieben. Die Besitzverhältnisse waren trotz des Rittergutes überwiegend mittelbäuerlich. Im 19 Jh. siedelte sich Leinweberei an. Das Handwerk hatte überörtliche Bedeutung, sank aber wieder ab. Im Ort befand sich eine Wassermühle, später auch eine Windmühle.

Der erste Lehrer wird 1594 genannt. Bis 12.09.1945 gab es weiterhin nur eine Lehrkraft.


Eine Pfarrei wird erstmals 1346 genannt, das Patronat gehörte den Grafen von Weimar - Orlamünde. Blickpunkt bildet die auf dem Friedhof gelegene stattliche gotische Kirche. Sie gliedert sich in ein langgestrecktes vierjochiges Schiff, das polygonale östliche Chorhaupt und einen eingezogenen 3 geschossigen Westturm mit Schweifhaube und Spitze von 1669. Die Kirche weist mehrere Grabsteine Epitaphien und Porträts des 17. - 19. Jh. auf. Im Pfarramt wird ein Kelch aus dem 15. Jh. aufbewahrt.

Die ehemalige Schule wurde 2003 bis 2005 mit Hilfe von Fördermitteln im Rahmen der Dorferneuerung des Landes Thüringen zu einem sehr schönen Dorfgemeinschaftshaus umgebaut und saniert. Auch die gemeindeeigene Kindertagesstätte wurde in den letzten Jahren umfangreich saniert. Die Nachnutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude hat sich durch die Ansiedlung zahlreicher Unternehmen sehr gut gestaltet.  

Der erst im Jahr 2003 neu gebaute Radweg entlang der Laura führt in Richtung Neumark über Buttelstedt zum Ilmtal-Radwanderweg. Der Unstrutradweg ist über Markvippach in Richtung Sömmerda zu erreichen.

2007 wird die Ortsdurchfahrt von Vippachedelhausen samt Nebenanlagen grundhaft saniert.

Im November 2008 forstet die Gemeinde über ein vom Forstamt gestütztes Förderprojekt auf dem Palmberg eine Fläche von 5.000 qm auf. Im "kleinen Birkenwäldchen" werden mit Hilfe von 61 Einwohnern 4.800 Bäumchen gepflanzt.

2011 wird die Kindertagesstätte zum Zwecke besserer Funktionalität umgebaut.
 
Seit geraumer Zeit gibt es auf dem ehemaligen Gutsgelände direkt am Lauraradweg einen Vogelpark, die Erlebniswelt "tirica"- www.tirica.de - , die exotische Vögel und andere Tiere zeigt. Ebenfalls auf dem Gutsgelände befindet sich eine Bowlingbahn mit gastronomischer Betreuung.

Die hügelige Landschaft um Vippachedelhausen und der Speicher laden zum Wandern und Radfahren ein. 

Geschichte des Ortsteiles Thalborn

Das Dorf Thalborn war in frühester Zeit von Germanen besiedelt worden. Am "Weißen Berg" fand man das Grab eines germanischen Fürsten. Nach den Germanen muss ein slawischer Stamm eingezogen sein. Bis zum Jahre 1637 sind keine schriftlichen Zeugnisse überliefert. In jenem Jahre wurde der Ort geplündert, viele Menschen fanden den Tod.

Die erhöht über Thalborn liegende kleine Bruchsteinkirche wurde erst 1668 errichtet. Der Innenraum wird von einem einheitlichen hölzernen Tonnengewölbe und der umlaufenden Empore auf toskanischen Säulen bestimmt. Die Kirche ist sehr gut erhalten und steht unter Denkmalschutz.

1813 passierten Napoleons Truppen den Ort. Größere Feuersbrünste oder Seuchen haben den Ort nicht heimgesucht.

Thalborn war eine landwirtschaftliche Siedlung mit groß- und mittelbäuerlicher Besitzkultur unter Herrschaft des dortigen Rittergutes. 1880 umfasste das Rittergut noch 118 Hektar.

Früher jedoch war Thalborn ein Leineweberdorf. 1731 zählte man 12 Leineweber, 4 Strumpfwirker u. a.

1913 wurde der Ort an die elektrische Versorgung angeschlossen.

Thalborn besitzt eine gemeindeeigene Gaststätte mit Saal. Der Saal wurde im NAW-Einsatz von den Einwohnern selbst gebaut und konnte Ende der 80er Jahre mit einer großen Feier eingeweiht werden.

Vom 30.04.-03.05.2009 fand in Thalborn ein großes VW-Bustreffen statt. Veranstaltet hatten dieses die VW-Busfreunde Thalborn mit Hilfe der Einwohner und einheimischen Firmen. Viele Besucher aus mehreren Bundesländern und sogar ein VW-Busfreund aus Übersee kamen zu Besuch.

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