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Geschichte der Gemeinde Krautheim Erstmalig wird Krautheim in einem vor 815 anzusetzenden Güterverzeichnis der Reichsabtei Hersfeld (STA Marburg) als Crutheim genannt und tritt um 1140 erneut als Crutheim auf. Der Name ist von Krut = Krautland abgeleitet. Im Mittelalter war Krautheim grundherrlicher Besitz der Grafen von Weimar-Orlamünde, des Severistiftes Erfurt, der Klöster Pforte und Heusdorf, des Ursulinenklosters und vor allem des Moritzklosters in Naumburg. Weltliche Grundherren waren die Vitztume von Eckstedt und Molsdorf.
Die Bevölkerung betrieb Landwirtschaft, 1454 werden Weinberge erwähnt und bereits 1757 Kartoffelanbau. Es herrschten mittelbäuerliche Besitzverhältnisse vor. Seit 1378 gab es eine Mühle, später dann 2, die Allstedter und die Haindorfer Mühle. Die Allstedter Mühle stellte 1972 den Betrieb ein, heute befindet sich der Stausee Großbrembach an dieser Stelle. Das Handwerk hatte meist örtlichen Charakter, meist Weberei. Das Dorf war von 1887 bis 1923 Haltestelle an der Schmalspurstrecke (Weimar - Rastenberg) der Laura.
Das Dorf wurde durch mehrere Großfeuer und Überschwemmungen stark verwüstet, auch der Dreißigjährige Krieg hinterließ seine Spuren. Die Kirche St. Mauritius wird erstmals 1140 erwähnt und gehörte dem Moritzkloster Naumburg. Die Pfarrei wird erstmals 1280 genannt. Im 14. Jh. war die Kirche Wallfahrtsort (Ablaßbriefe von 1317 und 1379). Sie hat eine aus Sandsteinen errichteten Kirchensaal mit eingebautem Westturm. 1742 erfolgte ein durchgreifender barockisierender Umbau mit größeren Fenstern und überdachten Emporentreppen. Der Altar ist eine viergeschossige Schauwand und reich ornamentiert. Die Orgel stammt von 1769, eine Glocke von 1629.
Die Schule geht auf das 16. Jh. zurück und hatte bis zum Jahre 1945 nur einen Lehrer. Heute gehen die Kinder in die Schule nach Buttelstedt. Mit Unterstützung des Dorferneuerungsprogrammes des Landes Thüringen wurden in Krautheim in den Jahren 1999 bis 2007 umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt. Die Gemeinde hat vor allem in Gehwege- und Platzgestaltung investiert, und dabei viel Wert auf natürliche Baustoffe wie z. B. Granitpflaster gelegt. Große Maßnahmen waren die Sanierung der Kindertagesstätte, Stützmauer Hanfsack sowie der Kegelbahn. Im Jahr 2008 erfolgte der Ersatzbau der Pfarrbrücke, rund 250.000 Euro wurden dafür ausgegeben. Die 2 großen Staubecken (Speicher Schwerstedt und Staussee Großbrembach) in der Nähe von Krautheim sind attraktive Ausflugsmöglichkeiten für Wanderer und Radfahrer. Von Krautheim aus gelangt man gut nach Buttelstedt und Weimar, aber auch der Sömmerdaer Raum ist leicht zu erreichen.
Geschichte des Ortsteiles Haindorf
Haindorf wird erstmals 1322 als Hegendorf in einem Ablaßbrief des Titualbischofs von Gaballa für die Kirche von Krautheim erwähnt. Das Dorf war seit dem Mittelalter im Besitz des Rittergutes Schwerstedt.
Die ökonomischen Verhältnisse waren ganz von der Landwirtschaft geprägt. 1544 wird Waidanbau nachgewiesen, als Zeugnis liegt ein Waidstein vor der alten Schule. Die Besitzstruktur war mittelbäuerlich geprägt. Das Handwerk spielte kaum eine Rolle. Durch den Dreißigjährigen Krieg kam es zu größeren Verwüstungen.
Haindorf war auch noch am Ende des 19. Jh. vom Verkehr ganz abgelegen "in einer grünen Talsenkung wie versteckt vor der Welt." (1883).
Die Schule wurde im 18. Jh. erwähnt und war 1945 nur einklassig. Heute gehen die Kinder nach Krautheim in die Kindertagesstätte und nach Buttelstedt zur Schule.
Die kleine schlichte dreiachsige Kirche, ein Saalbau mit eingezogenem östl. Chorturm, wurde im 17. Jh. erbaut. Es deuten keine Spuren auf einen früheren Bau hin.
Heute ist Haindorf ein idyllisches Wohndorf. Die gemeindeeigene Gaststätte wurde in den 90er Jahren mit Hilfe von Fördermitteln im Rahmen der Dorferneuerung teilsaniert. 1996 wurde mit viel Aufwand und großer öffentlicher Anteilnahme - einschließlich enormer Spendenbereitschaft - ein Sportplatz gebaut. 2011 wurde die Innensanierung der Gaststätte vorangetrieben und eine neue Parkfläche in Haindorf geschaffen. Über eine Ortsverbindungstraße gelangt man schnell nach Buttelstedt und somit nach Weimar und die anderen größeren Orte. |